Immobilienrichtwerte · Eigentumswohnungen
Wohnungspreise am Niederrhein prüfen
Vor dem Kauf einer Eigentumswohnung lohnt der Blick auf den amtlichen Immobilienrichtwert: den durchschnittlichen Preis je Quadratmeter Wohnfläche für eine typische Modellwohnung. Adresse suchen oder in die Karte zoomen, Punkt anklicken. Preis, Baujahr und Wohnfläche des Modells erscheinen sofort. Datenquelle ist das amtliche BORIS NRW der Gutachterausschüsse. Für den reinen Grundstückswert nutzt Du die Bodenrichtwertkarte.
- 1Adresse eingebenoben eintippen oder direkt in die Karte zoomen
- 2Punkt anklickeneinen Immobilienrichtwert in Deiner Lage wählen
- 3Preis ablesen€ je m² Wohnfläche mit Baujahr & Stichtag
Tipp: In die gewünschte Lage zoomen und auf einen Punkt klicken, es öffnet sich der amtliche Immobilienrichtwert (Euro je m² Wohnfläche) für eine Modellwohnung mit Baujahr und Stichtag. Die Farbe zeigt das Preisniveau. Daten: BORIS NRW, © Geobasis NRW / Gutachterausschüsse (dl-de/zero-2-0); Hintergrundkarte © basemap.de / BKG (2026), CC BY 4.0.
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Termin buchen →Was der Immobilienrichtwert aussagt
Der Immobilienrichtwert ist der durchschnittliche Preis je Quadratmeter Wohnfläche für eine typische Eigentumswohnung in einer Lage, abgeleitet von den amtlichen Gutachterausschüssen aus tatsächlichen Kauffällen. Jeder Punkt steht für eine Modellwohnung mit definiertem Baujahr und definierter Wohnfläche, der Wert gilt für genau dieses Modell und ist ein amtlicher Orientierungswert, kein Verkehrswert einer konkreten Wohnung. Für die Finanzierung ist er wertvoll: Er zeigt, ob ein geforderter Kaufpreis zum Marktniveau der Lage passt, und liefert ein sachliches Argument für die Kaufpreisverhandlung. Den reinen Grundstückswert findest Du auf der Bodenrichtwertkarte.
Bodenrichtwert, Immobilienrichtwert, Kaufpreis: drei Zahlen, drei Bedeutungen
Die drei Begriffe werden im Gespräch oft vermischt. Sie messen Unterschiedliches, und wer sie verwechselt, rechnet sich ein Objekt schnell zu teuer oder zu billig.
| Größe | Was sie misst | Bezug | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Bodenrichtwert | durchschnittlicher Lagewert für den Boden allein, bezogen auf ein fiktives unbebautes Grundstück | Euro je m² Grundstücksfläche | § 196 BauGB, Bodenrichtwertgrundstück § 13 ImmoWertV |
| Immobilienrichtwert | durchschnittlicher Lagewert für eine bebaute Immobilie, bezogen auf ein typisches Normobjekt | Euro je m² Wohnfläche | Vergleichsfaktor § 20 ImmoWertV, Kaufpreissammlung § 195 BauGB |
| Kaufpreis | was für ein konkretes Objekt tatsächlich verlangt oder gezahlt wird | Euro absolut | Vertragsfreiheit, keine amtliche Größe |
| Verkehrswert | der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erzielbare Preis, ohne ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse | Euro absolut | § 194 BauGB |
| Beleihungswert | der dauerhaft erzielbare Wert aus Sicht der Bank, vorsichtig geschätzt | Euro absolut | § 16 Absatz 2 PfandBG, BelWertV |
Der entscheidende Satz steht bei den Gutachterausschüssen selbst: Immobilienrichtwerte führen nicht unmittelbar zum Verkehrswert. Sie sind Orientierung, kein Gutachten. Genau so nutzen wir sie in der Beratung: als Prüfgröße für den geforderten Preis, nicht als Ersatz für eine Bewertung.
Wer die Werte ermittelt und warum man ihnen trauen kann
Beide Richtwerte kommen nicht von einem Portal, sondern von den Gutachterausschüssen für Grundstückswerte. Das sind nach § 192 BauGB selbständige, unabhängige Gremien bei den Städten und Kreisen. Sie führen die Kaufpreissammlung nach § 195 BauGB: Jeder notarielle Kaufvertrag in Deutschland geht in Abschrift an den zuständigen Ausschuss. Die Richtwerte sind also aus tatsächlich beurkundeten Kauffällen abgeleitet, nicht aus Angebotspreisen in Anzeigen.
Das ist der Unterschied zu Portalzahlen. Ein Angebotspreis ist eine Forderung, ein beurkundeter Kaufpreis ist ein Ergebnis. Zwischen beiden liegt regelmäßig die Verhandlung.
| Merkmal | Amtliche Richtwerte | Portalzahlen |
|---|---|---|
| Datengrundlage | notarielle Kaufverträge, Kaufpreissammlung § 195 BauGB | Inserate, teils Angebotspreise |
| Ermittelt von | unabhängiger Gutachterausschuss | Portalbetreiber |
| Stichtag | in NRW jährlich der 1. Januar | laufend, oft ohne festen Stand |
| Abruf | kostenfrei über BORIS NRW | meist kostenfrei, teils registrierungspflichtig |
| Auskunftsanspruch | ja, jedermann nach § 196 Absatz 3 BauGB | nein |
In Nordrhein-Westfalen werden die Bodenrichtwerte jährlich zum 1. Januar beschlossen. Das Baugesetzbuch verlangt sie nur zu Beginn jedes zweiten Kalenderjahres; Landesrecht darf einen kürzeren Turnus vorsehen, und NRW nutzt das. Für Dich heißt das: Die Werte auf dieser Seite sind nie älter als ein Jahr.
Hauspreise am Niederrhein im Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt für die 23 Orte, die wir betreuen, den durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Häuser und, soweit der Gutachterausschuss ihn für das gesamte Gemeindegebiet veröffentlicht, die Spanne der Bodenrichtwerte für den individuellen Wohnungsbau. Die Beispielrechnung in der letzten Spalte nimmt ein Haus mit 130 m² Wohnfläche.
| Ort | Kreis | Häuser ø | Bodenrichtwert Wohnbau | 130 m² rechnerisch |
|---|---|---|---|---|
| Kempen | Kreis Viersen | 3.600 €/m² | 175–500 €/m² | 468.000 € |
| Tönisvorst | Kreis Viersen | 3.450 €/m² | 115–450 €/m² | 448.500 € |
| Krefeld | kreisfrei | 3.335 €/m² | 290–570 €/m² | 433.550 € |
| Dinslaken | Kreis Wesel | 3.315 €/m² | 160–380 €/m² | 430.950 € |
| Moers | Kreis Wesel | 3.225 €/m² | 300–410 €/m² | 419.250 € |
| Neukirchen-Vluyn | Kreis Wesel | 3.150 €/m² | 150–310 €/m² | 409.500 € |
| Wesel | Kreis Wesel | 3.100 €/m² | 100–270 €/m² | 403.000 € |
| Rheinberg | Kreis Wesel | 3.015 €/m² | 140–290 €/m² | 391.950 € |
| Hünxe | Kreis Wesel | 3.010 €/m² | 125–225 €/m² | 391.300 € |
| Bottrop | kreisfrei | 3.000 €/m² | zonenscharf | 390.000 € |
| Voerde | Kreis Wesel | 2.930 €/m² | 160–260 €/m² | 380.900 € |
| Kamp-Lintfort | Kreis Wesel | 2.880 €/m² | 185–280 €/m² | 374.400 € |
| Xanten | Kreis Wesel | 2.870 €/m² | zonenscharf | 373.100 € |
| Schermbeck | Kreis Wesel | 2.850 €/m² | 140–265 €/m² | 370.500 € |
| Alpen | Kreis Wesel | 2.845 €/m² | 125–220 €/m² | 369.850 € |
| Geldern | Kreis Kleve | 2.770 €/m² | zonenscharf | 360.100 € |
| Rheurdt | Kreis Kleve | 2.636 €/m² | zonenscharf | 342.680 € |
| Sonsbeck | Kreis Wesel | 2.612 €/m² | 140–185 €/m² | 339.560 € |
| Duisburg | kreisfrei | 2.600 €/m² | zonenscharf | 338.000 € |
| Oberhausen | kreisfrei | 2.585 €/m² | zonenscharf | 336.050 € |
| Issum | Kreis Kleve | 2.480 €/m² | zonenscharf | 322.400 € |
| Kerken | Kreis Kleve | 2.400 €/m² | zonenscharf | 312.000 € |
| Kevelaer | Kreis Kleve | 2.300 €/m² | zonenscharf | 299.000 € |
Hauspreise: Angebotsdaten immowelt, Stand 2026, gerundet. Bodenrichtwerte: BORIS NRW, Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, Stichtag 01.01.2026, Spanne von einfacher bis guter Lage für den individuellen Wohnungsbau. Zonenscharf bedeutet: Der Ausschuss veröffentlicht für diese Kommune keine einheitliche Gemeindespanne, sondern Werte je Bodenrichtwertzone. Die Karte oben zeigt sie. Die Spalte „130 m² rechnerisch" ist eine reine Multiplikation des Quadratmeterpreises mit 130 und kein Angebot; Kaufnebenkosten sind nicht enthalten.
Was der Richtwert über Dein Objekt nicht sagt
Ein Richtwert beschreibt ein Normobjekt in einer Lage. Dein Objekt ist kein Normobjekt. Diese Merkmale verschieben den Wert nach oben oder unten, ohne dass sich der Richtwert ändert:
| Merkmal | Wirkt sich aus auf | Typische Richtung |
|---|---|---|
| Baujahr und Modernisierungsstand | Restnutzungsdauer, Instandhaltungsstau | beide Richtungen, oft der größte Einzelposten |
| Energetischer Zustand, Energieausweis | Betriebskosten, Sanierungsbedarf, Förderfähigkeit | Klasse F bis H drückt den Preis, eröffnet aber KfW 308 |
| Grundstückszuschnitt und Größe | Bebaubarkeit, Gartenwert | beide Richtungen |
| Erbbaurecht statt Eigentum | Bodenanteil entfällt, Erbbauzins läuft | deutlich mindernd, viele Banken rechnen enger |
| Denkmalschutz | Auflagen, aber auch Abschreibung | beide Richtungen |
| Lärm, Hochwasserzone, Altlasten | Nachfrage und Versicherbarkeit | mindernd |
| Wohnungseigentum: Rücklage und Beschlüsse | anstehende Sonderumlagen | mindernd, wird oft übersehen |
Deshalb steht am Anfang jeder Finanzierung die Frage nach dem Objekt, nicht nach dem Ort.
Was die Bank aus dem Preis macht: der Beleihungswert
Für die Bank ist der Kaufpreis nur die halbe Rechnung. Sie setzt einen eigenen Wert an, den Beleihungswert. Nach § 16 Absatz 2 des Pfandbriefgesetzes darf er den Wert nicht übersteigen, der sich aus einer vorsichtigen Bewertung der künftigen Verkäuflichkeit unter Ausschluss spekulativer Elemente ergibt, und er darf den Marktwert nicht übersteigen. Er liegt damit systematisch unter dem Kaufpreis.
Daraus folgt der Beleihungsauslauf: Darlehensbetrag geteilt durch Beleihungswert. Je niedriger dieser Quotient, desto besser die Kondition. Die Stufen, an denen Banken üblicherweise den Aufschlag ändern, liegen bei 60, 80 und 90 Prozent. Die 60 Prozent sind kein Zufall: Nach § 14 Pfandbriefgesetz dürfen Hypotheken nur bis zu den ersten 60 Prozent des Beleihungswerts in die Deckungsmasse eines Pfandbriefs. Was darüber liegt, muss die Bank teurer refinanzieren.
Rechenbeispiel. Kaufpreis 400.000 Euro, die Bank setzt einen Beleihungswert von 380.000 Euro an, das sind 95 Prozent. Bei 60.000 Euro Eigenkapital plus rund 48.000 Euro Kaufnebenkosten aus eigener Tasche beträgt das Darlehen 340.000 Euro. Der Beleihungsauslauf ist dann 340.000 geteilt durch 380.000, also rund 89 Prozent. Ein Eigenkapitaleinsatz von 76.000 Euro statt 60.000 Euro drückt den Auslauf unter 80 Prozent und damit über eine Konditionsstufe. Rechenbeispiel, kein Angebot; welchen Beleihungswert eine Bank ansetzt, entscheidet sie selbst.
Wie hoch Dein Auslauf ausfällt, rechnest Du im Eigenkapitalrechner. Die Hintergründe stehen im Ratgeber Beleihungswert und Beleihungsauslauf.
Der Bodenrichtwert und Deine Grundsteuer
Seit dem 1. Januar 2025 wird die Grundsteuer nach neuen Werten erhoben. Nordrhein-Westfalen wendet das Bundesmodell an, kein eigenes Landesmodell. Beim unbebauten Grundstück ergibt sich der Grundsteuerwert nach § 247 des Bewertungsgesetzes im Kern aus Fläche mal Bodenrichtwert. Der Bodenrichtwert, den Du hier abliest, ist also nicht nur eine Kaufpreisorientierung, sondern zugleich eine Größe im Steuerbescheid.
Für die Finanzierung zählt das doppelt: Die Grundsteuer ist eine laufende Belastung, und Banken rechnen sie in der Haushaltsrechnung mit. Wer den Bescheid zur Hand hat, bringt eine belastbare Zahl mit, statt sie zu schätzen.
So nutzt Du die Zahlen in der Praxis
| Schritt | Was zu tun ist |
|---|---|
| 1. Lage einordnen | Adresse in die Karte oben eingeben, Immobilienrichtwert der Lage ablesen. Auf der Bodenrichtwertkarte zusätzlich den Bodenwert prüfen. |
| 2. Normobjekt vergleichen | Im Popup stehen Baujahr und Wohnfläche des Modells. Weicht Dein Objekt stark ab, ist der Wert nur grobe Orientierung. |
| 3. Abweichungen benennen | Sanierungsstau, Energieklasse, Erbbaurecht, Lärm: jede Abweichung ist ein Verhandlungsargument, wenn sie belegt ist. |
| 4. Nebenkosten dazurechnen | In NRW rund 12 Prozent: 6,5 Prozent Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, gegebenenfalls Maklerprovision. Der Immobilienrechner zeigt es für Deinen Fall. |
| 5. Budget gegenrechnen | Erst jetzt die Frage, was tragbar ist. Der Budgetrechner rechnet vom Einkommen her. |
Wer beim Verkäufer mit einem amtlichen Wert und einer sachlichen Begründung sitzt, verhandelt anders als jemand, der nur „zu teuer" sagt. Wie das konkret läuft, steht im Ratgeber Kaufpreis verhandeln.
Preis geprüft, jetzt die Finanzierung dazu
Ich rechne Dir das passende Finanzierungskonzept, ungebunden und mit über 600 Banken im Vergleich.
Kostenloses ErstgesprächQuellen und Stand
- BORIS NRW, Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Nordrhein-Westfalen, Bodenrichtwerte und Immobilienrichtwerte, Stichtag 01.01.2026, abgerufen 14.09.2026
- § 192 BauGB (Gutachterausschüsse), § 194 BauGB (Verkehrswert), § 195 BauGB (Kaufpreissammlung), § 196 BauGB (Bodenrichtwerte), abgerufen 14.09.2026
- Immobilienwertermittlungsverordnung (ImmoWertV) vom 14.07.2021: § 13 (Bodenrichtwertgrundstück), § 20 (Vergleichsfaktoren), §§ 24 ff. (Vergleichswertverfahren)
- § 14 und § 16 Absatz 2 Pfandbriefgesetz, Beleihungswertermittlungsverordnung (BelWertV)
- § 247 Bewertungsgesetz (Grundsteuerwert unbebauter Grundstücke); Nordrhein-Westfalen wendet das Bundesmodell an
- Definition des Immobilienrichtwerts als durchschnittlicher Lagewert bezogen auf ein typisches Normobjekt: Gutachterausschüsse in NRW (GARS.NRW), abgerufen 14.09.2026
- Hauspreise je Ort: immowelt, Stand 2026, im Rahmen unserer Ortsseiten geprüft