Was hat die SCHUFA mit meiner Finanzierung zu tun?

Geprüft und aktualisiert: · Christian Sperling

Wenn du eine Immobilienfinanzierung aufnimmst, prüft die Bank deine Kreditwürdigkeit, in der Regel mit einer Abfrage bei der SCHUFA. Seit März 2026 bewertet die SCHUFA die Bonität nach einem grundlegend neuen System.

Im folgenden Artikel erfährst du, wie der neue SCHUFA-Score funktioniert, wie du deine Daten kostenlos einsiehst und wie du beim Bankenvergleich deinen Score schützt.

Welche Daten speichert die SCHUFA?

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz SCHUFA, ist ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das Informationen zur Zahlungsfähigkeit sammelt. Angeschlossene Vertragspartner wie Banken, Mobilfunkanbieter oder Versandhändler melden Bonitätsinformationen ihrer Kunden und können im Gegenzug Daten abrufen.

Gespeichert werden zunächst allgemeine Angaben wie Anschrift und Geburtsdatum. Banken melden zudem die Eröffnung von Girokonten, Kreditaufnahmen oder die Beantragung von Kreditkarten. Negative Merkmale wie Kreditkündigungen, Mahnbescheide oder Zahlungsausfälle landen ebenfalls im Datenbestand.

Der neue SCHUFA-Score seit März 2026

Bis Anfang 2026 arbeitete die SCHUFA mit einem Prozent-Basisscore (0 bis 100 %), dessen Berechnung weitgehend geheim war. Seit dem 17. März 2026 gilt ein neues Modell: ein Punktesystem von 100 bis 999, das auf zwölf erstmals offengelegten Kriterien basiert. Für jedes Kriterium gibt es eine definierte Punktzahl, die Summe ergibt deinen Score, je höher, desto besser.

Den stärksten Einfluss haben Zahlungsstörungen (bis zu 264 Punkte): Wer in den letzten Jahren keine offenen Forderungen, Mahnverfahren oder Inkassofälle hatte, holt hier die volle Punktzahl. Weitere Kriterien sind unter anderem das Alter deiner Bankverbindungen und Kreditkarten, die Wohndauer an der aktuellen Adresse, die Zahl der Konto- und Kreditanfragen der letzten zwölf Monate sowie laufende Ratenkredite. Ein bestehender, ordentlich bedienter Immobilienkredit wirkt übrigens positiv.

Zur Einordnung der Punktzahlen: Ab rund 709 Punkten gilt die Bonität als gut, ab 776 als hervorragend, mit besten Kreditkonditionen. Wichtig zu wissen: Bei offenen Zahlungsstörungen berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Statt eines niedrigen Werts erscheint der Hinweis, dass offene Zahlungsstörungen vorliegen, für eine Baufinanzierung ist das in der Regel das Aus, bis die Forderung beglichen ist.

Beachte die Übergangsphase: Der neue Score wird schrittweise ausgerollt. Zum Start nutzte ihn erst rund ein Viertel der SCHUFA-Vertragspartner, bis 2028 sollen alle umgestellt sein. Es kann also vorkommen, dass deine Bank noch mit einem alten Branchen-Score arbeitet, während du selbst schon den neuen Punktwert siehst.

Wie kann ich meine SCHUFA-Daten abfragen?

Das ist mit der Reform deutlich einfacher geworden: Deinen aktuellen Score und alle Einflussfaktoren siehst du jetzt jederzeit kostenlos im digitalen SCHUFA-Account oder per App. Zusätzlich bleibt das Recht auf die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO bestehen.

Prüfe die Einträge regelmäßig: Bemerkst du falsche Angaben, bist du berechtigt, sie korrigieren oder löschen zu lassen, die SCHUFA muss unrichtige oder veraltete Daten entfernen. Vor einer geplanten Baufinanzierung gehört dieser Check ganz an den Anfang.

Wie kann ich meinen SCHUFA-Score verbessern?

Der Score wird vierteljährlich neu berechnet. Die wirksamsten Hebel:

  • Rechnungen pünktlich zahlen und Mahnungen vermeiden, Zahlungshistorie ist das mit Abstand wichtigste Kriterium. Eine ausgeglichene Zahlungsstörung wird zudem schneller gelöscht: nach 18 statt 36 Monaten, wenn du innerhalb von 100 Tagen zahlst.
  • Langjährige Konten und Kreditkarten behalten, das Alter deiner Bankverbindungen bringt Punkte. Das frühere Pauschalrezept „ungenutzte Konten kündigen“ kann im neuen System sogar schaden, wenn es deine älteste Bankbeziehung trifft.
  • Viele neue Konten, Karten oder Ratenkredite in kurzer Zeit vermeiden, die Anfrage- und Abschlusszahl der letzten zwölf Monate fließt negativ ein.
  • Kleinkredite und Dispo-Dauernutzung vermeiden.
  • Falsche Einträge korrigieren lassen.

Warum Konditionsanfragen deinen Score schützen

Beim Bankenvergleich lauert eine Falle: Sprichst du selbst bei mehreren Banken vor und reichst Unterlagen ein, stellen manche Institute früh eine Kreditanfrage bei der SCHUFA. Mehrere solcher Anfragen in kurzer Zeit wirken wie eine Serie von Ablehnungen, und drücken deinen Score, im neuen System über das Anfragen-Kriterium sogar transparent bezifferbar.

Finanzierungsvermittler nutzen stattdessen die Konditionsanfrage: Sie ist SCHUFA-neutral, liefert dir aber konkrete Zinsen. Du vergleichst in Ruhe, entscheidest dich für eine Bank, und erst dann läuft genau eine Kreditanfrage.

Fazit: SCHUFA-Score ein Kriterium bei der Kreditentscheidung

Mit einem schwachen SCHUFA-Score sinken die Chancen auf eine Kreditzusage, eine automatische Ablehnung bedeutet er aber nicht, denn in die Entscheidung fließen viele Kriterien ein: Eigenkapital, Einkommen, Objekt. Halte deine Zahlungsverpflichtungen ein, prüfe deine Daten vor der Finanzierung und vergleiche nur über SCHUFA-neutrale Wege.

Unsere Einordnung aus der Beratungspraxis: Der neue Score macht sichtbar, was wir seit Jahren predigen: Jede unbedachte Kreditanfrage kostet Punkte. Bei uns läuft der Vergleich über 450 Banken grundsätzlich als Konditionsanfrage, dein Score bleibt unberührt, bis deine Entscheidung steht. Und liegt ein alter Fehleintrag vor, klären wir ihn vor der Bankanfrage, nicht danach. Erstgespräch vereinbaren.

Quellen und Stand

  • SCHUFA/Verbraucherzentrale (Stand 06/2026): neuer Score seit 17.03.2026, Skala 100–999, 12 Kriterien, Rollout bis 2028
  • ADAC/Capitalo (Stand 03–04/2026): Klassengrenzen (gut ab 709, hervorragend ab 776), kein Score bei offenen Zahlungsstörungen
  • Art. 15 DSGVO: kostenlose Datenkopie

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